DER POI

Das sicher am häufigsten verwendete Spielgerät bei Vorführungen von Feuershow´s ist der Poi.
Einfach gesagt ist der Poi ein Spielgerät zum Spinning. Umgangssprachlich werden dabei oft mehrere Poi nicht korrekt auch als Poi´s bezeichnet.
Der Poi besteht aus zwei Körpern welche mit Griffen oder Fingerschlaufen durch je eine Kette oder ein Seil miteinander verbunden sind. Beim Spielen wird in jeder Hand ein Poi in möglichst abwechslungsreichen Kreisbahnen um den Körper geschwungen. Ziel ist es, die Flugbahnen beider Poi möglichst kunstvoll zu kombinieren. Mit einiger Übung kann man aber auch in einer Hand zwei Poi benutzen.

Poi Ravenchild Fire

Das spielen von Poi kommt nicht, wie oft irrtümlich angenommen, aus dem europäischen Mittelalter, sondern von der anderen Seite der Erdkugel. Der Ursprung liegt in der Maori-Kultur Neuseelands. Poi ist das Maori-Wort für Ball.

Über den Ursprung des Poi bei den Maori gibt es verschiedene Theorien und Geschichten. Die Meinungen darüber sind unterschiedlich. Eine Theorie besagt, dass die Männer es erfunden hatten um ihre Handgelenke und die Bewegung als Krieger zu trainieren. Später übernahmen Frauen die Poi, verlängerten die Schnur und erfanden neue Bewegungen und Tänze dazu. Die Frauen führten mit ihnen u.a. Tänze auf, bei denen die auf Brautschau befindlichen Männer das Reaktions- und Koor-dinationsvermögen der tanzenden Frauen beurteilen konnten. Der Ur-Poi bestand aus zwei gleichlangen Ästen, die an ihren Enden mit Flachs verbunden waren. Die anderen Enden legte man ins Feuer und brachte diese zum Brennen, um in der Dunkelheit einen Effekt zu erzielen. Später wurden die Poi aus einem Rohrkolben, dem Raupo auch bekannt unter Typha orientalis hergestellt. Der Ball war aus Pflanzenresten des Raupo und des Neuseland-Flaches (Phorium tenax), umhüllt von Raupo-Blättern mit einer Schnur aus Flachs. Der Poi entwickelte sich ständig weiter und bekam im Laufe der Zeit Verzierungen aus Tierhaar oder Federn, die man an den Bällen befestigte. Der Poi als ein wichtiges Utensil der Frauen wurde entgegen einiger anderen Theorien wahrscheinlich niemals als Waffe genutzt, im Gegensatz zur südamerikanischen Bola. Letztendlich ist die Entwicklungen dieser Geräte nicht hundertprozentig belegbar.

Poi ist in Neuseeland weit verbreitet. Selbst in den Schulen wird der Umgang mit Poi als Teil der Maori-Kultur auch an weiße Kinder weiter gegeben. Traditionell wird es aber immer noch vor allem von Frauen vorgeführt.

Als Feuerpoi bzw. Feuerketten oder Feuerseile werden die an den Enden mit Docht­band versehenen Versionen bezeichnet, die mit brennenden Flüssigkeiten wie vorzugsweise Lampenöl in Brand gesetzt werden und bei Veranstaltungen zum Einsatz kommen. Es existieren aber auch Varianten mit Knicklichtern und batteriebetriebe­nen Leuchtbällen (sog. Leucht- oder Glow-Poi) oder fluoreszierenden Stoffbändern, mit denen in den auf Goa-Partys häufig installierten Schwarzlicht-Dekorationen gespielt wird. Diese häufig verwendeten Varianten werden mit einem kleinen Sandsack oder einem Tennisball am Ende einer Schnur oder Kette befestigt und auch mit bunten Bändern aus normalem Stoff versehen (auch als Drachenschwanz oder Schweif bezeichnet).

Grundsätzlich ist die Anzahl der möglichen Figuren mit zwei Poi nahezu unbegrenzt. Je nachdem, wo die Poi schwingen, gibt es zwei Wandebenen (vor oder hinter dem Spieler), zwei Radebenen (seitlich rechts und links) sowie die Boden- und Dach­ebene (Poi schwingen parallel zum Boden oder zur Decke). Des Weiteren kann man die Poi im Gleichtakt schwingen oder im Ungleichtakt, sowie fast jede Figur vor- und rückwärts spielen. Dadurch wird die tatsächliche Anzahl der Figuren nur von der Ge­schicklichkeit und dem Koordinationsvermögen des Spielers begrenzt. Die am häu­figsten eingesetzten Figuren sind der "Weave", der "Turn", der "Butterfly" in allen möglichen Variationen, die "Windmill", der "Wrap" oder die "Flower"-Figuren.

Rubach-Feuershow